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30. September 2018
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Ich blocke selten. Nicht, weil ich es nicht gerne tue, sondern vor allem deshalb, weil Menschen, die blockiert werden, noch unvorhersehbarer reagieren, als sie es bereits ohne dem finalen Schritt der Grenzziehung tun. Kann sich noch jemand an die Sorte Ex-Freund erinnern, der einem plötzlich die absurdesten Dinge im MSN-Chat schrieb, nachdem man sich von ihm verabschiedet hatte? Eben.

Menschen, die geblockt werden, müssen verarbeiten, dass ihr Verhalten, ihre Nachrichten, ihre Art und Weise der Kommunikation nicht dem entsprochen hat, was sich der Empfänger erhofft hat. Sie müssen Macht abgeben. Das anzunehmen, ist eine Kunst. Schließlich ist es hart, auf sich selbst zurückgeworfen zu werden und zu merken: „Oops.“ Das, was ich da getan habe, war womöglich doch nicht so cool, wie ich mir das abends vor dem Schlafengehen eingeredet habe. Das, was ich denke, kommt nicht an.

Ich wurde auch schon zwei Mal geblockt. Zurecht, muss ich im Nachhinein sagen. Ich habe jemandem ungefragt eine Meinung zukommen lassen, die verletzend war und dachte, dass ich damit davonkomme, meinen Shit an einem Ort abgeladen zu haben, der weit, weit weg von meinem geistigen Zuhause war.

Aber der Shit verschwindet nicht, nur weil man ihn in einer impulsiven Nachricht abgeladen hat. Er ist ein Indikator dafür, wo man an sich arbeiten muss und zeigt ganz deutlich die eigenen Defizite auf, die man verdrängt hat.

Demnach würde ich gerne jenen raten, die aktuell auf einer Plattform von einer fremden Person, vermeintlich guten Bekannten oder Freundin geblockt wurden, nicht in den Agro-Modus zu gehen, und weiter wie verrückt um sich zu schlagen, um das verletzte Ego zu retten, sondern eine Minute oder fünfundsiebzig still zu halten und zu überlegen.

Achso, und für die Spezialisten, die meinen, ein Block sei doch nur ein empfindliches Eliminieren einer Person, die einem aus total unerklärlichen Gründen nicht passt: genau das ist es. Ein Block ist das – von mir aus – empfindliche, selbstbestimmte, selbstgewählte Eliminieren einer Person, die man nicht in seinem digitalen Garten haben möchte. Aus welchen Gründen auch immer. Ich lass doch auch nicht die Hunde meines Nachbarn reinscheißen, nur, weil sie süß aussehen?

Jemanden zu blocken ist weder stark, noch schwach. Es ist eine Option von vielen, mit Konflikten umzugehen. Nicht jeder Konflikt mit jeder random Person muss ausgetragen und ausgefochten werden, als ob es sich dabei um eine wertvolle Beziehung handelt.

Think about it.

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