Kurz ins Internet, Flugpreise vergleichen, das billigste Angebot auswählen und schon kann’s losgehen in die nächste Metropole deiner Wahl. Städtereisen via Billigflieger ohne Rücksicht auf Verluste sind für viele so normal geworden wie der Wochenendeinkauf im Supermarkt, so convenient wie die vier Wochen haltbare Milch aus dem Kühlregal und dabei auch noch attraktiver als die Reise mit der Deutschen Bahn nach Paderborn.

Nur, … warum eigentlich? Ein Kommentar zu Overtourismus.

Wo man auch hingeht, der Smalltalk („Und, wie wars in Rom?“, „Ach, schöööön!“) dreht sich meist öfters als manchen Beteiligten lieb ist um das kürzlich abgehackte Reiseziel, den bevorstehenden Trip nach Prag, Amsterdam, London oder wahlweise Barcelona und die kollektiv gebrainstormten, und doch immer verdächtig gleichklingenden Tipps für einen lauschigen Abend vor Ort.

Dass die Bequemlichkeit, mit der wir diese Reisen angehen nur noch wenig mit dem einstigen Flair eines ungeplanten Abenteuers in den Achtzigern zu tun hat – geschenkt. „Die kleine Gier danach, etwas vom Leben zu haben“, schreibt Georgen Seeßlen, treibe uns an, „Intensives und Spektakuläres“ zu erleben. Ob das im Einzelfall nun Traumschiff, oder Eimersaufen bedeutet.