“Aber sie tun es nicht, oder zumindest noch nicht. Weil sie damit davonkommen. Weil sie glauben, es reicht, ‘mal kurz davon gehört zu haben’. Weil die meisten von ihnen keine Personal Brand kuratieren, die sich daraus speist besonders gut in feministischen Debatten zu performen.

Weil sie ganz einfach, … Zeit für andere Dinge haben. Die ‘wirklich wichtigen’ Dinge, eh klar.”

 

Ganz ehrlich, wie viele Männer kennst du, die lesen? Einen, zwei?

Den besten Freund deiner Schwester, der zufällig Journalist ist? Deinen Bekannten David, der gerade sein Doktorat macht? Okay.

Und jetzt zähl doch bitte mal durch, wie viele von denen, die dir gerade durch den Kopf schwirrten, feministische Literatur lesen? Sagen wir, Werke von literarisch oder aktivistisch tätigen Frauen*, die sich mit Sexismus, Rassismus, Care-Arbeit, Mutterschaft, Erziehung oder politischer Revolution beschäftigen?

Ich für meinen Fall gehe auf Dates, seit ich 15 bin – und doch habe ich bisher nur zwei Männer länger getroffen, die soetwas wie eine Literatursammlung pflegten. Der eine war ein klassisches, verwöhntes Akademiker-Kind und hielt mir regelmäßig Klassiker wie Dostojewski, Sartre, Houellebecq, Habermas und Derrida ins Gesicht, um damit anzugeben. Die des anderen bestand aus neoliberalen Ratgebern wie Rich Dad, Poor Dad und der Nike Biografie. Wow.

Obwohl ich all das (theoretisch) schon lä…