Leute, ich hätte niemals gedacht, dass ich jemals einen Roman – FUCKGIRL – rausbringe. Zum einen natürlich, weil ich nicht in Hildesheim studiert habe (ok sorry, der joke musste rein), zum anderen, weil ich überhaupt keine Lust habe, drei Jahre in geistiger Erschöpfung vorm Computer zu hocken und etwas zu produzieren, von dem ich gar nicht weiß, ob es jemanden interessiert außer mir.

Vielleicht interessiert es ja nicht einmal mich selbst?

Ich hätte auch deshalb niemals gedacht, dass ich einen Roman schreiben werde, weil es mir gar nicht eingefallen wäre, so hoch zu pokern. Ich hab es mir nicht zugetraut. Und das ist jetzt keine Empathie fischende „Mitleidsstory“, sondern einfach nur die Wahrheit.

I don’t come from a “long line of writers and artists” ok? Ok.

Romaneschreiben war aus meiner Sicht was für „echte Künstler“; Leute, die in schwieriger Sprache Dinge erklären, die sich keiner freiwillig im Deutschunterricht durchliest.

Ich war nicht so eine Autorin.
Und habe, bis vor Kurzem, immer recht frei von der Leber weggeschrieben.
In mir drinnen steckte kein sogenannter „literarischer“ Anspruch, der strikten Regeln folgt. Feedback, dass meine Essays durchaus literarische Qualität aufweisen, kam eher von außen, von meiner Lektorin – und auch mancher Leserin.

Dann war ich so: „Huch, ok“, … „Aha“, „Was mache ich jetzt mit der Information?“

Bis mir die Idee zu Fuckgirl kam. Ich wusste, dass ich die Message nicht für irgendeinen Ratgeber-Schund a la „Warum wir kein/mehr XYZ brauchen!“ hergeben wollte.

Mein Weg in die sogenannte „richtige“ Literatur verlief also auch ein bisschen zufällig. Ich wollte mich und mein Umfeld schützen; ich wollte endlich diesen Satz sagen können: „Das ist Literatur. Das hat nichts mit meinem Leben zu tun“, obwohl es natürlich ganz viel mit meinem Leben zu tun hatte.

Und weil ich dieses Romanschreiben nicht im „klassischen Sinne“ gelernt habe, sondern sehr intuitiv und unkonventionell angegangen bin, habe ich mir zusammengeschrieben, was ich für meinen zweiten Roman unbedingt genau so wiederholen möchte.

Vielleicht ist dieser ehrliche Insight ja für was gut. Zum Beispiel, dass sich mehr Leute zutrauen, Romane zu schreiben, die nicht aus klassisch bürgerlichen Verhältnissen kommen und keinen Historien-Roman über ihre Habsburger Vorfahren in petto haben. Dass mehr FLINTA anfangen, Romane zu schreiben, weil sie eben nicht aus diesem Genre kommen.

  1. Ich habe einige Takes zuerst auf Substack publiziert

Warum? Einfach so.

Ich hab gar nicht soooo groß drüber nachgedacht, als ich 2023 mein Profil angelegt habe – sondern das geschrieben, worauf ich zum damaligen Zeitpunkt Bock hatte. Wenn ich was gefühlt habe. Es ist mir außerdem viel leichter gefallen, auf Englisch über Sex zu schreiben und mich erst hinterher an die Roman-„Übersetzung“ zu machen, als ich schließlich den Buchvertrag hatte.

Natürlich sind einzelne Artikel auf Substack noch lange kein Manuskript, aber das schnelle und unkomplizierte Publizieren hat mir geholfen, erste Story Arcs zu entwickeln und gewisse Themen aus meinem Gehirn zack zack „auf Papier“ zu bringen, weißte? Es war ein Anfang, auf Substack zu publizieren. Wenn du das auch willst, meld dich doch zu meiner Substack-Masterclass an. Runde #2 startet am 19. Januar 2026.

Wo wir schon bei Punkt 2 wären:

  1. I .. didn’t write it from A to Z

Omg wenn ich mir vorstelle, einen Roman von A bis Z „durchzuschreiben“ will ich mich erschießen. Wer hat bitte Bock auf sowas? Psychopathen? Leute ohne Sozialkontakte? Mein Gehirn funktioniert außerdem gar nicht so. Ich kann nicht random irgendeinen Anfang der Story setzen, und das ist dann so für die nächsten 3 Jahre. Das muss ich dann drei Jahre lesen, wenn ich das Manuskript in Word öffne.

Der Anfang der Story ergibt sich für mich erst safe, nachdem ich 90 Seiten geschrieben habe. Dann weiß ich, was ich an den Anfang setze. Was für mich dort hingehört.
Es ist so 1 feel.

Ich schreibe fragmentarisch. Im Roman geht es um Fuckgirls Erfahrungen mit vier verschiedenen Männern, ich habe sie alle in unterschiedlichen Word-Dokumenten gesammelt und erst hinterher zusammengestückelt. Der längste, zusammenhängende Teil meines Romans war in etwa 30 Seiten lang.

Klingt schon machbarer, ode…

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