Warum du mit diesem Verhalten als Mutter alle deine kinderfreien Freundinnen verlieren wirst


Solange Mütter kinderfreien Frauen ihre Probleme absprechen, sie kleinreden und in Konkurrenz zu ihren eigenen setzen, kommen wir als Frauen nicht weiter.
„Ich wünschte ich hätte so viel Zeit wie du ;)!“
„Sorry, aber dafür hab ich als Mutter echt keinen Kopf“
„Du hast keine Kinder, du kannst das also leider gar nicht beurteilen“
Solange kinderfreie Frauen solche Sätze als Antwort hören, die ihr Erleben, ihre Entscheidung und ihr Dasein in der Welt subtil herabsetzen, müssen sich Mütter nicht wundern, dass sie ihre Freundinnen von früher verlieren. Ich weiß, niemand will das hören und ich freue mich schon auf den Shitstorm hinterher, aber: kinderfreie Freundinnen und kinderfreie Frauen zu behandeln wie eine andere, unterentwickelte Kategorie Mensch, die den ursprünglichen Sinn des Menschseins noch nicht verstanden hat, wird nicht zu Augenhöhe führen.
Solidarität, die nur in eine Richtung erwartet wird, ist keine Solidarität, sondern Anspruch. Wer Nähe einfordert, ohne Bedürfnisse zurückzuspiegeln, verwechselt Freundschaft mit bedingungsloser Verfügbarkeit. Gemeinschaft endet dort, wo ein Lebensentwurf als höherwertig gilt und der andere sich wortlos anpassen soll.
Erst letztens wieder erlebt, dass mir jemand in einer DM erzählt hat, wie wenig sich irgendwelche Freundinnen (angeblich) für die strukturellen Probleme des Mutterseins interessieren würden; und ich fragte mich, wann sich diese Frau das letzte Mal ernsthaft für die Probleme ihrer Freundinnen interessiert hat. Ob das wirklich der Realität entspricht – denn ich persönlich kenne wenige Frauen, die sich noch nie Gedanken um eine potenzielle Mutterschaft gemacht hätten; die überhaupt gar „keine Ahnung“ von den Problemen des Mutterseins hätten. Die absichtlich nicht da waren, für ihre Mütter-Freundinnen.
Irgendwie hat sich folgende Gleichung in die Köpfe von Müttern eingeschlichen: Kinderfreie Frauen sollen als eine Art gratis „Dorf“ eingesetzt werden, ohne Ansprüche, ohne Bedürfnisse; sie sollen „einfach so mitlaufen“ und sich fortan in ein Leben einfügen, das sie niemals für sich selbst gewählt hätten. Einfach so, aus Solidarität, weil sie Frauen sind; weil sie doch die GUTEN sind und nicht so egozentrisch sein sollen. Dazu noch 1 theory-take: Das Problem ist nicht (nur) individuelle Überforderung, sondern ein System, das Mütter überlastet und kinderfreie Frauen zur kostenlosen Ressource (Dorf) erklärt.
Patriarchale Strukturen werden nicht aufgebrochen, wenn Frauen sie untereinander reproduzieren – sie wechseln nur die Bühne. Oder, Gegenfrage: Hast du auch schon über deinen Freund Tom gemeckert, der sich nicht für dein Kleinkind interessiert, oder nur über deine Schwester, Cousine, beste Freundin von früher?
Anyhow: Solange Mütter kinderfreien Frauen ihre Probleme absprechen, sie kleinreden und in Konkurrenz zu ihren eigenen setzen, kommen wir als Frauen nicht weiter. Bevor du dich das nächste Mal über kinderfreie Frauen aufregst, die dir angeblich etwas schulden, check yourself; check your hubby; check your brother and father.
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