Brooklyn Beckham (*1999) hat 2025 den Kontakt zu seiner ganzen Familie abgebrochen und Ende Januar endlich Tacheles in seinen Instagram-Stories geredet. Er spricht von kontrollierten Narrativen, inszenierten Geburtstags-Veranstaltungen seines Vaters, der Degradierung und bewussten Missachtung seiner Ehefrau Nicola Peltz.

Er spricht davon, wie seine Mutter seine Hochzeit ruinierte, indem sie völlig unangebracht mit ihm tanzte #toxicboymom. Und dass er nicht vor habe, sich mit seinen Eltern zu versöhnen.

Ehrlich gesagt überrascht mich sein Move gar nicht. Und ja: ich glaube Brooklyn jedes Wort.

„Mein ganzes Leben lang haben meine Eltern die Darstellung unserer Familie in der Presse kontrolliert. Die inszenierten Social-Media-Posts, Familienfeste und unechten Beziehungen waren von Anfang an ein fester Bestandteil meines Lebens“, schrieb der 26-Jährige.

Wer schon mal eine der auffällig wholesome-inszenierten Beckham-Dokus auf Netflix gesehen hat, weiß, wie stark Victoria und David versuchen einen auf heile Familie zu machen. Selbst Davids diverse Fremdgehgeschichten werden so verdreht, dass am Ende wieder die „anderen Frauen“ schuld sind; obwohl es logischerweise Beckhams eigenes Verschulden war, Victoria sogar während ihrer Schwangerschaft mit Brooklyn zu betrügen.

Nun mag das alles in der Vergangenheit liegen, aber solche Lügengeschichten machen etwas mit den Kindern. Besonders sensible Kinder merken es (irgendwann), dass sie sich in einem komplexen Geflecht aus Lügen, Macht, Statuserhalt und ständigem Image-Polieren befinden – und genau da mitspielen müssen.

Auch von Brooklyn wurde natürlich verlangt, dass er bei der Scharade der „Happy Beckham Family“ mitmacht, dass er seinen Eltern als Vorzeige-Projekt dient, dass er sie ehrt, dass er Victoria den Hochzeitstanz überlässt. Dass er es hinnimmt, dass seine Designerinnen-Mutter seiner Freundin zuerst ein Kleid nähen wollte und dann – ooopsi – ganz plötzlich kurz vorher doch nicht. Dass sie Nicola klar als „nicht zur Familie zugehörig“ bezeichneten.

Ja, jetzt ist Brooklyn raus, und: es scheint ihm … gut zu gehen. Sehr wahrscheinlich nicht zu jeder Tages- und Nachtzeit, aber im Durchschnitt. Kein Wunder, denn er hat einen Single-Family-Cult verlassen.

Wait, what?
Noch nie gehört? 

Ich auch nicht, bis ich auf ein Reel von Knitting Cult Lady gestoßen bin. Seither lässt mich der Begriff nicht mehr los, denn nach dem Video wird schnell klar, dass Single-Family-Cults in unserer Gesellschaft und Kultur weit verbreitet sind.

Der Single-Family-Cult: Wenn Familie zur Ideologie wird

Ich fasse ihr Video kurz zusammen: Ein Single-Family-Cult ist kein religiöser Kult im klassischen Sinn (Scientology, Zeugen Jehovas), sondern eine familieninterne Machtstruktur, die wie ein Kult funktioniert. Die Familie ersetzt dabei jede externe Autorität, Realitä…

+ posts