„Wie groß ist dein Beitrag zur Welt?“
„Was ist dein Vermächtnis?

Was ist das Sinnvollste, was du mit deinem Leben anstellen kannst?“ fragte mich Rebecca Solnit auf dem Weg in meinen Winterurlaub. Also, leider nicht persönlich, sondern mehr so indirekt. Ich saß festbepackt im Zug nach Kalmar und las in „Die Mutter aller Fragen“ ein paar schlaue Dinge, die mich zur ursprünglichen Motivation meines Schreibens zurückwerfen sollten.

Nämlich der, meine eigenen diffusen Gedanken und Erfahrungen in etwas zu abstrahieren, das anderen helfen könnte. Etwas, das Menschen dazu ermutigen würde, morgens nicht als Allererstes darüber nachzudenken, was andere wohl von ihnen halten würden. Eine Mischung aus Prosa und Journalismus, im Englischen auch new journalism und im Deutschen bis vor Kurzem als narzisstische Ich-Erzählungen geltungssüchtiger Autorinnen verschrien, die argumentativ so hart wie nötig und persönlich so zart wie möglich verpackt sein würde, dass mir Fremde darin eine verborgene Seelenverwandtschaft finden mögen.

Die Verbundenheit mit jenen, die mich lesen, trägt mich seit Jahren durch die Schattenseiten, die mit einer massenmedialen Publikation einhergeht

Ich weiß sowohl aus persönlicher, als auch wissenschaftlicher Perspektive darüber Bescheid, welche Zweifel und Ängste einem davor durch den Kopf gehen – und warum manche sich entscheiden, lieber doch nichts zu schreiben. In den falschen Händen kann ein Text ungeahnte Konsequenzen mit sich bringen, in den richtigen zu einem empowernden Hochgefühl führen, das uns zeigt, wie wirkmächtig unsere Arbeit und – wie schon Solnit schrieb – „weitreichend unsere Liebe“ ist.

Meine Geschichte alleine kann niemals für alle Millennials stehen, das habe ich in meinem Buch an mehreren Stellen klargemacht. Ich bin immer noch eine relativ privilegierte, weiße Person, die finanziell sorgenfrei studieren konnte und heute in einer Altbauwohnung in Berlin lebt.

Ich bin nicht die Musikerin, die durchs Land tourt und später keinen festen Wohnsitz mehr findet, weil die Mieten anders als ihr Einkommen exorbitant gestiegen sind. Ich bin nicht der alleinerziehende Vater, der gerade seinen Abschluss nachholt. Ich bin nicht die kranke Lehrerin, die nicht verbeamtet wird, weil sie eine Psychotherapie gemacht hat. Ich bin nicht die, die versucht hat auf Bali ein Business aufzubauen – und trotz finanzieller Rücklagen scheiterte.

Das bist, mit Abweichungen an mehreren Stellen, vielleicht du. Vielleicht trägst du schon ganz lange eine Erfahrung mit dir herum, die du dich nicht hast veröffentlichen trauen. Weil dir dein Chef gedroht hat, oder weil du nicht weißt, wohin damit.

Nicht alle Massenmedien behandeln ihre Exklusiv-Geschichten fair. Es kann durchaus vorkommen, dass man an einen ungeübten Redakteur gelangt, der dann doch den Namen ausschreibt, statt in zu kürzen oder zu anonymisieren. Dass das eigene Narrativ nicht in die Story übernommen wird, die man selbst erzählen wollte. Oder auch, dass sich niemand findet, dem die Story „spannend“ genug vorkommt.

Und an dieser Stelle komme ich ins Spiel. Ich möchte deine Geschichte auf (oder sagen wir in) der Groschenphilosophin veröffentlichen, um das große Gesamtbild „Millennial“ in der DACH-Region zu vervielfältigen.

Bei den Kategorien werde ich dabei wie im Buch vorgehen. Sie lauten: „Kann das Liebe oder ist das weg?“, „Willkommen in der Ellbogengesellschaft“ und „Namaste my Ass“. Intersektionales ist mehr als Willkommen!

Ich biete:

  • Acht Jahre Erfahrung als Bloggerin, fünf als Journalistin und knappe zwei als Buchautorin, die mehrere Monate damit verbrachte ihre eigenen Worte wieder und wieder zu überarbeiten und dabei zu guten Ergebnissen zu kommen
  • ein bis zwei Slots pro Monat für Geschichten aus der Ich-Perspektive mit maximal 4 A4-Seiten Länge
  • einen Safe-Space in diesem Internet, falls du entscheidest, deinen Text hinter meiner PayWall statt „normal“ veröffentlichen zu wollen (kleine, intime Reichweite statt 10k-Aufrufe)
  • 50 Euro Aufwandsentschädigung – selbst, wenn der Text am Ende aufgrund von Unstimmigkeiten nicht erscheinen sollte
  • zwei bis vier Stunden meiner Arbeitszeit pro Text für ausführliche und nachvollziehbare Redigaturvorschläge
  • keinerlei „Druck“, dass damit möglichst viel Traffic reingeholt werden muss
  • die Möglichkeit, dir das Wort zu überlassen und eine eigene Bildsprache einzusetzen (wenn Interesse)
  • Finale Entscheidung über den Titel

Warum ausgerechnet bei dir?

  • Weil ich mir Zeit nehme, um den Text anzusehen und dir ordentliches Feedback – sei es per Sprachnachricht, Telefon oder Mail zu geben
  • Weil es keine andere Plattform in der DACH-Region gibt, die sich loyal, intim und diskursiv den Schattenseiten und Paradoxa der Millennial-Generation annimmt, ohne zwischendurch Clickbait, Quizze oder Ausbeute ihrer Freien zu betreiben und damit an Glaubwürdigkeit und Wirksamkeit einzubüßen
  • Weil ich für eine Vertrauensbeziehung stehe, die große Medien nicht bieten können

Für wen ist diese Möglichkeit geeignet / nicht geeignet?

Für anstrebende Journalistinnen ist diese Plattform weniger geeignet, da ich „nur“ 50 Euro Cash pro Gastbeitrag zahle. Das entspricht zwar (leider) zum Teil sogar dem, was prominente Stadtmagazine zahlen, aber auch wiederum nicht dem, was Massenmedien theoretisch für Freie ausgeben.

Zudem habe ich selbst schon genug über das Leben als Schreibende publiziert.

Ich möchte, dass Groschenphilosophin breiter aufgestellt ist. Dass dort Themen gesetzt werden, die auch für andere Branchen relevant sind. Weil dass mein Beitrag zu einer transparenten Gesellschaft ist, suche ich auch gelernte Köchinnen, spätstudierende Arbeiterkinder, Berichte aus den gefeierten MINT-Fächern und andere Obskuritäten aus dem Leiden im Spätkapitalismus. Vielleicht hatte ja schon mal jemand einen Partner, der plötzlich zum Guru wurde?

Ich habe hier aufgeschrieben, wie ein Pitch aussehen soll, wie ich mir die Textarbeit vorstelle und wo der Mailverkehr stattfinden wird.

Mit großer Freude auf Eure Einsendungen wartet

Bianca Jankovska