Ja, es ist true. Sie ist wieder zurückgezogen in die Hauptstadt der Schnitzelrepublik. Wieso, weshalb, warum? Diese neue Kolumne soll all die Fragen beantworten, die nach sieben Jahren gepflegter Abwesenheit automatisch kurz vor dem Schlafengehen aufkommen. Kann ich mich problemlos in Wien resozialisieren – oder fehlt mir nicht doch was? Halten die alten Freundschaften, was sie nicht versprechen? Is this settling down?

In der ersten Kolumne von “Wieder Wienerin” steht das Zurückziehen im Fokus. Wann weiß man sicher, dass man gehen will? Und selbst, wenn man es weiß: Wie zieht man es letztlich durch?

Mit dem Zurückziehen ist es glaube ich wie mit dem Schlussmachen. Es ist ein Prozess. Denn darüber nachgedacht, Berlin zu verlassen, habe ich bestimmt seit 2019.

Bei meinen Freunden suderte ich über … ja, eigentlich alles, was Berlin so vermeintlich erstrebenswert machte. Von den prätentiösen Edgelords aus bayrischen Kuhdörfern, die versuchten sich vollgekokst im Berghain „zu finden“, bis hin zu den überbewerteten Döner-Ständen mit Gemüse, an denen man sich siebzehn Stunden für ein bisschen Brot mit Sauce anstellen musste. Und das war sogar noch der heilige Zustand VOR der Pandemie.

Den Absprung nach Vienna habe ich trotzdem nie geschafft.

Während mein Hinzug nach Hamburg vor knapp 7 Jahren ein eindeutiges Ziel verfolgte: Nämlich, mich im Journalismus als angry young woman ausbeuten und verheizen zu lassen – äh, sorry, durchzustarten; gab es andersrum keinen drängenden Grund, wieder zurück nach Wien zu kommen. In Wien wartete keine neue Festanstellung mit Begrüßung…

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