Es gibt diese Namen, die tauchen in der Blogosphäre immer wieder auf. So lange, bis man sie nicht mehr ignorieren kann und quasi aus angestauter Neugierde lesen muss.

Anna Zimt (Jahrgang 1985) ist solch ein Fall. Instagram sei Dank hatte ich sie schon vor der Lektüre ihres Buches „Leck mich!“ (mgv Verlag) mit dem Thema offene Ehe verknüpft. Ich war gespannt darauf, wie sie „lernte zu bekommen, was sie will: im Bett, in der Liebe und im Leben“. Letztlich überzeugte mich eine Freundin zum Kauf ihres zweiten Buchs.

Taugt es denn, sprachlich wie konzeptionell? Erfährt der*die Leser*in, wie eine offene Beziehung im eigenen Alltag funktionieren kann? Oder bekommen wir die x-te Essayreihe einer durchschnittlichen, weißen Frau zu lesen, die sich – wie schon viele, viele vor ihr – auch mal anderweitig „ausprobieren“ möchten? Zeit für einen Abriss!

Um was geht’s?

Um die Trennung von Liebe und Sex; dem Wunsch, auch in einer langjährigen Partnerschaft (von anderen) begehrt zu werden und sich trotz persönlicher Veränderungen am Ende des Tages sicher zu sein, den Richtigen geheiratet zu haben. Um Fuckboys, Kommunikation beim Intercourse und den Moment, in dem man besser abhauen sollte.

Die Idee wirkt schlüssig, die Essays sind klar gegliedert und bauen doch aufeinander auf. Zielgruppe: Bessersituierte Heten in Langzeitbeziehungen, die nicht jeden Abend vor dem Fernseher sesselfurzen wollen und „in der Medienlandschaft zuhause sind“.

Stil: Wie ist das Buch geschrieben?

Wäre es nicht offensichtlich, dass es sich bei „Leck mich“ um Zimts abgespeckte Lebensgeschichte handelt, könnten manche Passagen auch als deutsche Variante von Cecelia Aherns feuchten Träumen durchgehen. Die Geschichte spielt – Klischee Olé – in Berlin Neukölln, wo sich die Autorin in ein Airbnb einmie…