Eine eigene berufliche Existenz zu gründen, ist vielen Frauen ein großes Bedürfnis. Unabhängig und gleichzeitig die eigene Chefin sein – so lässt es sich selbstbestimmt arbeiten!

Auch in den Medien wurde das Bild der stets freundlich lächelnden Unternehmerin dankbar als feministisches Thema aufgegriffen. Sie ist jung, ambitioniert und energiegeladen. Zumindest auf den gut ausgeleuchteten Fotos.

Denn was es neben Startkapital, der richtigen Idee und Location auch braucht, um das eigene Riesenprojekt langfristig auf die Beine zu stellen, ist Support. Die direkte oder indirekte emotionale, organisatorische oder auch mal mit beiden Händen mitanpackende Unterstützung von Freunden, Familie und der eigenen Beziehung.

Menschen, die nicht entnervt davonlaufen, wenn eigentlich um 23 Uhr Feierabend gewesen wäre, aber doch noch Leute in die Bar hineinströmen – wie bei Katharina, die 2013 ihren eigenen Laden in Berlin aufzog. Ehemänner, die sich die Location fürs neue Yoga-Studio ansehen und letzte Zweifel mit einer ordentlichen Portion Zuspruch beseitigen – wie bei Melanie, die im März 2019 das erste Yoga-Studio “Yoga for everyBody” in Schwäbisch Hall eröffnete. Oder Mütter, die sich trotz mancher Meinungsverschiedenheit selbstverständlich in das neue Bühnenstück der Tochter einplanen lassen – so geschehen bei der Performance-Künstlerin Olivia aus Siegen.

Ich habe mit den drei Frauen über die guten, die schlechten und die beschissenen Seiten der Selbstständigkeit gesprochen und dabei drei ganz unterschiedliche Einblicke hinter die Kulissen aufgeschrieben.

#1 Yoga-Lehrerin Melanie: “Ich hatte zwölf verschiedene To-Do-Listen in meinem iPhone”

#2 Tänzerin Olivia: “Ich versuche Strukturen zu entwickeln, in denen ich selbst arbeiten möchte”

#3 Bar-Besitzerin Katharina: “Am Anfang bist du so verliebt, dass du trotz Business nichts von den Problemen um dich herum wahrnimmst”