Zugegeben: ein bisschen ernüchtert (haha) war ich schon, dass ich als strenge Nichtraucherin und Shotsvermeiderin ausgerechnet mit einem weniger repräsentativen Auszug meines Buchs “Wir haben aus falschen Gründen verlernt, uns zu betrinken” beim Deutschlandfunk Kultur ankam. Aber die freischaffende Autorin nimmt bekanntlich, was sie kriegt, selbst, wenn sie beim Unterbringen ihres Herzensthemas Umwege zur Metaebene und eine angemessene Portion Skeptizismus in Kauf nehmen muss. Spannend war es allemal, das Gerede anderer Menschen über einen selbst ausnahmsweise tatsächlich nachhören zu können.

Christine Watty und Julius Stucke gingen in ihrem neuen Podcast “Lakonisch Elegant” jedenfalls der Frage nach, ob Diskussionen über die Rauschlosigkeit lediglich persönliche Befindlichkeiten der mediengeilen Feuilleton-Blase sind (hust) – oder vielleicht doch mehr über eine Generation™ verraten als die 3-Tage-Wettervorhersage.

Besonders gut gefallen hat mir das einordnende Zitat des Literaturwissenschaftlers Jochen Venus: “Es kann schon sein, dass sich in der Selbstwahrnehmung der kreativen Klasse etwas verändert hat. Menschen, die in Presse, Funk und Fernsehen arbeiten, in Onlinemedien (…) sind Leute, die reichweitenstark Selbstbeschreibungen vermitteln können und sofern auch kulturelle Tonlagen vorgeben und formen. Es könnte sein, dass sich in dieser Tonlage, die von der kreativen Klasse erarbeitet wird, dass sich da vielleicht eine atmosphärische Änderung ergibt.”

So respektvoll hat schon lange niemand über Texte “in diesem Internet” gesprochen.

Danke für diesen Beitrag!