Wir schreiben den 1. August 2018. Es ist Welterschöpfungstag, auch Earth Overshoot Day genannt. Eine normschöne Influencerin aus Deutschland posiert mit ihrem Backpack auf den Berggipfeln der Cordillera de Mérida – dem nordöstlichen Ausläufer der Anden in Venezuela – und schreibt dazu eine herzzerreißende Caption, auf die gut kalkulierter digitaler Applaus folgen wird:

“Ich bin schockiert. Bis zum heutigen Tag haben wir bereits mehr von der Natur genutzt, als unser Planet in einem Jahr wiedererneuern kann. Vor zehn Jahren war der #WorldOvershootDay am 23. September, was den drastischen Anstieg der Ressourcen zeigt, die durch unseren rücksichtslosen Überkonsum verbraucht wurden.”
“Ich bin überzeugt, dass wir den Klimawandel nur bekämpfen können, wenn wir unseren Konsum verändern. Sei der Wandel, den du in dieser Welt sehen willst!”

Es folgt neben hunderttausenden Herzen und unterstützenden Kommentaren (“You go, girl. Ein echtes Vorbild!”) eine Aneinanderreihung von Dingen, die “wir” reduzieren müssen, um “unseren” Planeten zu retten: Fleischkonsum, Kleidungsverbrauch, Plastikverpackungen, Flugreisen. Wir sollen nachhaltige Produkte kaufen und Altes reparieren lassen.

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