Ja, schuldig: Ich bin diese Person, die anderen Menschen Podcasts empfiehlt, die sie niemals anhören werden. Schlecht ist das Image der Audio-Formate geworden, seit jeder zweite Blogger zwischen Wien und Zürich gedenkt, seine ungefilterten Gedanken ohne Konzept ins Netz zu stellen.

Statt mich weiter über inhaltslose Laber-Podcasts aufzuregen (was ich an dieser Stelle schon mal getan habe, haha), möchte ich euch heute lieber jene Podcasts empfehlen, die ich selbst regelmäßig höre, und meine liebste Episode gleich mit dazu. Wenn sie gut gemacht sind, dann können Podcasts allemal als alternative Unterhaltung für lange Zugreisen und Jogging-Runden herhalten, ohne, dass man sich selbst am Gespräch beteiligen müsste.

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Frohes Zuhören und Mitdenken!

• DerStandard: Serienreif Podcast

Relativ frisch am Markt ist dieser Serien-Podcast der österreichischen Tageszeitung derStandard. Angesprochen hat er mich deshalb, weil Serien wie Dietland, Copstories und Bad Banks ausführlich, kritisch und ehrlich diskutiert werden (oft möchte man „JA GENAU“ dazwischenrufen) und mir ein solches Format noch in meiner Liste gefehlt hat. Bitte sprecht das nächste Mal über Dynastie. Danke!

• DirtCast

Der Jezebel-Podcast hat wirklich die geilsten Titel. Beispiel gefällig? „You’re Born Naked and the Rest Is Drag“, „100 % My Type On Paper“ oder „Rushed Celebrity Engagements: Just Think About It“.

Es wird genauso charmant über Justin Biebers Verlobung gegossiped wie über Carrie Bradshaws Charakter (AWFUL!), den einstigen Downfall von Lindsay Lohan – und wie ein 19-jährige Teenager heute damit sein Geld verdient. Listen to: „Hollywood Girls Gone Wild with popculturediedin2009“

• Ganz offen gesagt

„Ganz offen gesagt“ ist der erste regelmäßige, unabhängige Podcast für Politikinteressierte in Österreich. Die Journalisten Sebastian Krause, Julia Ortner und Eva Weissenberger diskutieren jede Woche mit Expertinnen und Experten tiefgehend und konstruktiv über die innenpolitische Lage und internationale Entwicklungen.

Empfehlenswert: Die Folge mit Ingrid Thurnherr, die seit vielen Jahren zu den bekanntesten Fernsehgesichtern des Landes gehört. Die ORF III-Chefredakteurin erzählt im Gespräch mit Julia Ortner über ihren pragmatischen Umgang mit Öffentlichkeit, warum das Fernsehen und nicht Twitter ihr berufliches Zuhause ist.

• Rice and Shine

In diesem Podcast erzählen die Journalistinnen Minh Thu und Vanessa von ihren Erfahrungen als Kinder vietnamesischer Einwanderer in Deutschland. Wer oder was sind sie? Wie wollen sie leben und lieben? Mit welchen Absurditäten und Erwartungen schlagen sie sich ständig herum? Diese und mehr Fragen diskutieren sie mal zu zweit, mal mit Gast, immer mit Humor und persönlichen Anekdoten. Jeden Monat, eine halbe Stunde lang.

• Anekdotisch Evident

Ein einzigartiger Podcast in der Wüste an Gebrabbel ist auf jeden Fall jener von Alexandra Tobor und Katrin Rönicke, die graue Theorie mit persönlichen Erfahrungen färben. In jeder Folge unterhalten sie sich über ein Thema, das ihnen am Herzen liegt – so finden Anekdoten und wissenschaftliche Evidenz auf unterhaltsame Art zueinander.

Meine liebste Episode: „Wut“, weil sie zeigt, was bei der impulsgetriebenen Kommunikation im Internet falschlaufen kann.

• Terrible, Thanks for asking

Nora McInerny hatte eine richtig beschissene Zeit. Und mit beschissen meine ich, dass sie in kürzester Zeit ihren Ehemann verlor (Krebs), ihren Vater und eine Fehlgeburt erlitt. Manchmal, da ist die Frage darauf, wie es einem geht schlicht und einfach: „Furchtbar“. In ihrem Podcast spricht sie über die hässlichen Dinge des Lebens. Ihre Gäste haben oder hatten Krebs, und nein, nicht alle werden ihn überleben. Ich habe noch nie so einen ehrlichen, genialen und dennoch hoffnungsvollen Podcast über Erkrankungen und den Umgang mit ihnen gehört.

Große Empfehlung für die Folge: Expect Good Things.

• Goal Digger

PODCASTING FOR DUMMIES. If you’re considering starting a podcast, wondering what goes into podcasting, or just curious about the behind-the-scenes of this show, this episode is for you! I want to be open about the nitty gritty process of starting a podcast from A to Z! 👊🏼 I’ll admit, starting a podcast is one of the vaguest things in the world. I spent so many days on Google trying to find details on things like “How do I get onto iTunes” or “who’s voice should be in my intro?” It’s still a relatively new “thing”, so you feel a little lost when starting. How do I pick my topics? Show name? How the heck do I get a theme song? How do I record it? 😳 Safe to say there are a million and one questions and today we will be covering how we started this “little” show that’s grown into one of the biggest pieces of my business. It’s crazy to think that this started less than two years ago and we have already cracked the top 5 out of ALL business shows and top 50 of ALL podcasts…. But in order to thrive, you have to start with a foundation, and today I am going to teach you how to do JUST that! Tag someone below that you think would totally rock a podcast!

Ein Beitrag geteilt von Jenna Kutcher 🗣 GOAL DIGGER (@goaldiggerpodcast) am

Hätte Produktivität einen Namen, sie hieße Jenna Kutcher. Wer der gutgelaunten 30-Jährigen widerstehen kann, wenn sie in feinstem Ami-Englisch von ihrem Leben als werdende Mutter (nach zwei Fehlgeburten), full-time-husselnder Podcast-Host und Body-Positivity-Influencerin spricht, meldet sich bei mir. Ich für meinen Fall bin ihr nämlich total verfallen, weil sie nicht nur echte und nachahmenswerte Business-Tipps für Instagram und Pinterest gibt, sondern dabei immer noch eines geblieben ist: Mensch.

CAN I GET AN AMEN?

• Raw Milk

Ein Beitrag geteilt von Creative Business 🎙 Beth Kirby (@rawmilkpodcast) am

Beth Kirby führt dieses Leben, bei dem man nicht genau weiß, ob man wirklich tauschen möchte. Innerhalb der letzten drei Jahre hat die heute 35-Jährige die Liebe ihres Lebens getroffen, geheiratet und ein Kind bekommen, entschieden ab sofort zwischen drei Ländern – unter anderem Japan und Frankreich – zu leben sowie eine Homepage und Köchinnen-Web-Präsenz zum Niederknien entworfen. Mal von dem ganzen Interior-Porn abgesehen.

Zu beneiden diese Frau, und trotzdem echt cool geblieben. Selbst, wenn ich mich bei manchen Marketing-Tricks nicht 100% abgeholt fühle, kann ich ihren Podcast jenen empfehlen, die das Gefühl haben mit 30 schon alles erreicht haben zu müssen.

• Being Boss

Ein Beitrag geteilt von Being Boss® Podcast (@beingbossclub) am

Der letzte Business-Podcast in meiner Runde heißt „Being Boss“. Die beiden (ebenfalls US-amerikanischen) Hosts Kathleen Shannon und Emily Thompson sind in ihren 30ern, haben gerade zusammen ein Buch geschrieben und sprechen freundschaftlich und professionell über Themen wie Digital Boundaries, Outsourcing und beantworten die Frage aller Fragen: muss man 2018 noch auf Facebook sein? Ich spoilere nicht.

Nachzuhören in Episode: Do you need to be on Facebook?

Rants and Randomness

Dass Luvvie Ajayi nicht einfach nur sprechen, sondern richtig gut unterhalten kann, hat sie schon in ihrem Ted Talk “Get comfortable with being uncomfortable” bewiesen. In ihrem Podcasts spricht sie locker-flockig über Popkultur, Arbeit und Authentizität. Wenn ich ihr zuhöre habe ich sofort das Gefühl, eine geistig Verbündete in Chicago gefunden zu haben.

Jetzt seid ihr dran: Wo muss ich noch unbedingt reinhören?