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3. Juni 2018
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Don’t judge my recent optimism! Der Mai war für mich persönlich und beruflich ein wahnsinnig schöner und bereichernder Monat. Ich hatte das Gefühl, eine gute Balance zwischen Unternehmerinnen-Anxiety und Spaß gefunden zu haben, die mich in Ruhe schreiben arbeiten und später die blaue Stunde mit lieben Menschen ausklingen ließ. Warum bitteschön nicht gleich so? Ich war im Kino – und positiv überrascht von Amy Schumers neuem Streifen „I feel pretty, Campen in Schweden und so oft es ging (drei Mal) in den Rehbergen joggen.

Außerdem habe ich nicht nur endlich das lange zurückgehaltene Buchcover “offenbart”, sondern auch ein paar nachhaltige Auftrtitte als Gastautorin – unter anderem bei Sylvia Fritsch (PR-Spionin) und Jelena Pantic-Panic (medien-geil) absolviert. Ich durfte auf FM4 über die Auswirkungen des Spätkapitalismus auf die Partnerwahl sprechen und ein ausführliches Interview zum Buch geben (kommt noch!), sowie die ersten PR-Strategien mit meiner neu dazugewonnenen Presse-Referentin besprechen. HELLO!

Schon mal vier Frauen von den BetterBlogs

Ach, und als ob das nicht genug tolle Frauen in meinem Online- und Offlineleben wären, bin ich den von Kea ins Leben gerufenen BetterBlogs beigetreten und durfte meine Freundin Laura Nunziante zu ihrem gerade erschienen Debüt interviewen.

Ja, ich freu mich so arg, dass sich da etwas tut in diesem Internet und immer mehr selbstbewusste und kritische Frauen an die Oberfläche einer glattgebügelten Presselandschaft gelangen, die sich – Verlag hin oder her – nicht abhalten lassen, Dinge anzusprechen, die ihnen auf dem Herzen liegen. Und seien sie noch so “unpopulär”.

Man liest es schon raus, ich bin gerade frisch verliebt in meine Selbstständigkeit. Die Arbeit, und all das, was damit zusammenhängt (Social Media, Pressearbeit, E-Mails), gehen aktuell so lächerlich gut und ohne Zwang vonstatten, dass ich mich frage, warum so viele Betriebe immer noch auf Sitzsäcke und Couchecken bestehen, in denen Pseudo-Lockerheit vorgegaukelt wird, statt ihre Mitarbeiter einfach nach Hause zu schicken.

Blick nach unten – irgendwo, Flughafenrolltreppen

Ich arbeite – was die Stundenanzahl angeht – weniger als klassisch Vollzeitangestellte und komme selbstbestimmt schneller und motivierter auf einen Output, der mir genauso viel Einkommen wie in der Festanstellung, und dazu noch Pluspunkte in Form von Sozialkapital und Connections auf meinem eigenen Unternehmenskonto beschert. Call me ego-driven, aber wenn das kein Win-Win ist? Da kann ich Jessi und ihrem “7 Dinge, die ich an meiner Selbstständigkeit mag“-Listicle nur zustimmen.

Okay okay, ihr seid heute nicht nur gekommen, um euch meine gute Laune durchzulesen, richtig? Los geht’s mit den Links, die mir dieses Monat in Erinnerung geblieben sind.

Bleiben wir gleich bei meinem Lieblingsthema: (Digitale) Arbeit. Ist euch auch schon mal aufgefallen, dass sich Engagement und gute Ideen nicht unbedingt auszahlen, um betriebsintern positiv aufzufallen? Nicht jeder Chef oder Chefin hat es gerne, wenn der Nachwuchs ihm oder ihr unkontrolliert über den Kopf wächst und Lorbeeren auf dem eigenen Berufskonto sammelt. Mirijam Franke hat dazu folgendes Stück verfasst.

1. Mirijam Franke: Nachwuchstalente unerwünscht: Wieso Führungskräfte ihrem Unternehmen schaden – und das mit Absicht

Weiter im Thema. Während ich diese Zeilen schreibe, warte ich gerade auf meinen Flug nach Berlin – und bin offline. Offline arbeiten in digitalen Zeiten bewährt sich für mich schon seit Jahren. Immer, wenn ich konzipiere oder längere Texte schreibe, mache ich das mit ausgeschaltenem Wlan. Aus Gründen, die ich hier gar nicht weiter ausführen muss – denn eine andere hat das bereits getan. Und nebenher auch noch andere Punkte erwähnt, die man in der gewollten oder ungewollten Offline-Zeit erledigen kann.

2. Karoline Mohren: 20 Dinge, die du ohne Internet für dich und deinen Job machen kannst

Karoline widmet sich auf ihrem Blog übrigens dem Großen Ganzen rund ums Thema Digitale Detox. Wie bei einer kurzfristigen Entschlackungskur bringt es nämlich nichts, drei Tage offline zu sein, wenn man danach wieder 24/7 im Internet K-Hole verschwindet. Auch dazu hat Karoline ihre Gedanken aufgeschrieben, die ihr im nächsten Text nachlesen könnt.

3. Karoline Mohren: Warum es nicht auf die digitale Auszeit ankommt, sondern auf die Zeit danach

Ob nun offline oder online arbeiten: mein absolutes Office-Highlight des Monats – Södermalm, Schweden

Kennt ihr diese Leute, die Angst haben, etwas zu verpassen, sich aber nie die Zeit nehmen, Dinge wirklich zu begreifen? In diesem ausführlichen Longreads geht es um Newsportale, die Details und Hintergründe konsequent weglassen, um ihre Leser nicht mit “zu viel Text” zu verschrecken. Die Personalisierungs-Algorithmen der Suchmaschinen und virtuellen Gemeinschaften in den sozialen Medien, die Übersichtlichkeit schaffen, zementieren zugleich Irrtümer und Lügen: Wer glaubt, dass die Erde hohl ist, findet problemlos Quellen, die ihn darin bestärken.

4. Ulf Froitzheim: Die Halbwissensgesellschaft (Brand Eins)

Na, noch ganz erschöpft von Froitzheims (was für ein Nachname) Analysen? Oder darf’s noch ein bisschen mehr sein? Der nächste spannende und zukunftsweisende Text kommt aus der FAZ. Es geht um die Kinder der Jahrtausendwende. Aufgewachsen in einer Welt, in der alles verfügbar, alles erreichbar scheint und in der man sich doch ständig fragt, ob man gut genug ist, um in den Augen der anderen zu bestehen. Ein Teil dieser Generation verweigert sich Autoritäten (hello, it’s me!) und konventionellen Schulkonzepten (yep!), weil scheinbar alles Wissen im Internet verfügbar ist (naja!). Sie entziehen sich dem klassischen Verständnis von Persönlichkeitsentwicklung, das am Leben und an Widerständen erst wachsen muss.

5. Aida Bosch, Emanuel Eck und Rebecca Hipperli: Die Kinder von Merkel und Instagram

Schon mal durch die gängigen Podcast-Charts und Listen gescrollt und dabei gedacht:

„Meine Güte, warum reden eigentlich die immergleichen weißen, halbwegs privilegierten Nicht-Migrantinnen über Wohlstandsprobleme wie Dates mit dem Ex oder Kopfweh beim Morgenstuhlgang, statt mal ein paar diverseren Stimmen das Mic zu überlassen – und sie zu ihrer Lebensrealität zu Wort kommen zu lassen? Ist das wirklich zu viel verlangt?”

Zum Glück hat Valerie-Siba vom Missy-Mag letztens genau dazu recherchiert und diese tolle Podcast-Empfehlungs-Liste zusammengestellt. Ich bin übrigens schon Fan von Rice and Shine – alleine die Namen der einzelnen Folgen sind einfach nur great.

PS: Falls im Herbst jemand Bock hat, mich bei einem Podcast finanziell zu unterstützen – E-Mail me (ahoj at jankovska.de), Baby. Ich hätt da ein paar Ideen mit Substanz, die nur noch auf die Verwirklichung warten.

6. Valerie-Siba Rousparast: Feministische Podcasts, die dein Leben verändern (Missy Mag)

Ein Event, das ich mir für dreißig Minuten (und keine Sekunde länger) auf der Couch gegönnt habe, war die „Royal Hochzeit“ von Meghan und ihrem Prinz. Meine Güte war das alles überbewertet – zumindest, wenn ihr mich fragt. Außerdem: ist es nicht ziemlich – naja, 19. Jahrhundert – aufgrund einer Hochzeit mit seiner lange erarbeiteten Karriere Schluss zu machen?

Hausbichler schreibt, wie ich finde auch sehr berechtigt, dass “royaler Feminismus” für Paradoxien sorgt: schier endloser Besitz, Privilegien und sozialer Status qua Geburt wie in der Monarchie? Die Spannweite hin zu feministischen Ideen nach politischer, ökonomischer und sozialer Gleichstellung und Chancengleichheit zwischen den Geschlechtern und im Grunde zwischen allen Menschen ist riesig. Ganz abgesehen davon, dass der Feminismus genau jene Selbstaufgabe einer Ehe wegen erfolgreich bekämpft hat, die nun mit der Prinzenhochzeit wieder als allgemein gültige Selbstverständlichkeit verpackt wird.

7. Beate Hausbichler: Warum sich Meghan und Feminismus nicht ausgeht

Obwohl ich laut Aussagen anderer (Amira, fühl dich ruhig ertappt) eine wahre Output-Maschine bin, ist mir die Idee zu diesem Artikel leider nicht selbst eingefallen. Beim Titel hab ich erstmal eine halbe Panikattacke bei dem Gedanken an meine letzte WG (das war btw 2014) bekommen. Auszug gefällig?

It seems impossible to feel completely tranquil when you’re caged in one room, while strangers watch their laptops behind closed doors around you.

Oder wie die Amis sagen würden: Can I get an amen?

8. Brittany Dawson: How not having a living room can mess with your mental health

Überhaupt hat Dazed and Confused das Monat (Mental Health Awareness anyone?) ein paar gute Stücke auf ihrer Seite gehabt, die ich so im deutschsprachigen Raum vermisse. Aber gut, das wäre ja schließlich nichts Neues.

Erwartungen sind etwas so Selbstverständliches, dass man fast sagen könnte, die Gesellschaft bestehe aus Erwartungen. Ohne die Gewissheit, dass meine Erwartungen sich bestätigen werden, wäre kein soziales Leben möglich. Das Problem: Erwartungen beziehen sich immer auf zukünftige Ereignisse. Ein wunderbar abstraktes Meta-Stück über Erwartungen, und wie wir Menschen uns von ihnen (nicht) verrückt machen lassen.

9. Gerald Wagner: die Macht der Erwartung

Terry Reintke, 31, parliamentarian for the European green party

Christina hat mich vor knapp zwei Jahren angeschrieben, weil sie mich für ihren damals frisch gegründeten Blog “Chapter One” zu meinem Berufseinstieg – damals noch in der Festanstellung – interviewen wollte. Inzwischen ist sie seit drei Jahren big im business, arbeitet als Pressereferentin für die Europäische Kommission in Brüssel und möchte zeigen, dass Millennials und Politik sehr wohl zusammengehen, auch wenn uns oft unterstellt wird, apolitisch zu sein. Ihre neue Reihe, in der sie junge Parlamentarier interviewt, lest ihr hier:

10. Christina Wunder: Do Millennials and Politics go together?

Meine Artikel von diesem Monat auf Watson – unter anderem über toxische Social-Media-Verhaltensweisen und wie du sie los wirst oder den Druck, jedes noch so kleine Hobby zum Projekt zu machen – findest du hier.

Den kommenden Monat dreht sich der Großteil meines Arbeitsalltags darum, mein Buch in seine – hoffentlich – Endversion zu bringen. Seid also bitte nicht persönlich beleidigt, wenn ich nicht dazu komme, mehr als drei Sätze in der U-Bahn auf eine DM zu antworten. Ich werde nämlich damit beschäftigt sein, bei 35 Grad am Einstieg zu feilen (wie zur Hölle schreibt man eine angemessene Einleitung für ein Buch, das 220 Seiten umfasst?), Kapitel up-daten und hie und da auch mal etwas löschen, das ich inzwischen für überholt halte.

Sagt einem nämlich auch keiner vor dem Buchschreiben: bis es kommt, hat man das, was man erzählt, schon so oft gelesen, mit sich und anderen diskutiert, das einem alles ein bisschen redundant und unnötig vorkommt.

Aber hey. Nicht jeder lebt in meinem Kopf.
Zum Glück.

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