Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich habe nichts gegen Emojis. Ich halte es damit wie mit Salz: Ein bisschen kann nicht schaden. Wenn ich in der U-Bahn sitze und auf die Sprachnachricht einer Freundin gerade nicht ausführlich antworten kann, klicke ich ein paar Mal auf 😂😂😂. Und schon habe ich eine erste Begeisterung mitgeteilt, bevor ich mich mit einem “Melde mich später, 😘” aus der Affäre ziehe. Chats gehören zu meinem Alltag, seit ich schreiben kann. Als heute 26-Jährige bin ich gewohnt, schnell zu reagieren. Privat – und auch beruflich.

Keine Frage, es kann ganz praktisch sein, nicht wegen jeder Kleinigkeit einen Termin mit dem Chef zu vereinbaren, sondern einfach ein “Hey, passt so” ins Chatfenster zu tippen. Dennoch wünsche ich mich manchmal in die Arbeitswelt meiner Eltern zurück, in der – wie zum Glück immer noch in den meisten Betrieben üblich – Arbeitsanweisungen per E-Mail kamen. Darin stand dann etwa “Sehr geehrte Frau Jankovska, für die kommende Woche wäre eine weitere Auftragsbearbeitung im Umfang von vier Stunden nötig. Könnten Sie diese in Ihrem Kalender unterbringen?”. Und nicht, wie bei mir, einfach ein lockeres “Hey, könntest du mal kurz drauf schauen, dauert auch nicht lange 😉?” im Slack-Chat.

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