Die meisten Frauen sind mit der relativ konkreten Vorstellung einer besten Freundin großgeworden. Die „beste Freundin“: Sie gehört ganz einfach zum Erwachsenwerden und -sein dazu, tritt am besten so früh wie möglich in unser Leben und weicht von da an nie wieder von unserer Seite. Beste Freundinnen, das weiß man aus Mädchenzeitschriften, übernachten beieinander und flechten sich Zöpfe, halten Händchen beim ersten Liebeskummer und haben immer einen altersgerechten Rat parat, weil sie sich als ebenbürtige Mitmenschen verstehen, einander respektieren und stets das Beste für die jeweils andere im Sinn haben. So war das ursprünglich gedacht, oder?

Die Realität hat mir neben einigen sehr schönen auch weniger erstrebenswerte Erfahrungen beschert. Erfahrungen, die ich rückblickend sicherlich nicht mehr (mit)machen würde und die mich psychisch einen hohen Preis gekostet haben. Ich weiß, dass ich nicht alleine bin mit meinen Verletzungen und den daraus resultierenden Vertrauensproblemen, meinen schlecht gewählten Partnerinnen in Crime, die mich klein hielten, ignorierten oder bewusst beleidigten. Die ich trotzdem liebte, mit den kindlichen Ressourcen, die mir zur Verfügung standen. Kaum jemand spricht darüber, als ob man sich mit der Offenbarung eines solchen Erlebnisses als Kameradin für andere Frauen disqualifizieren würde. Als ob man in Wahrheit doch irgendwo selbst schuld daran wäre, wie bei einer Vergewaltigung, nur anders.

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