Zugegeben, auf den ersten Blick ist es heute kaum noch zu erkennen, wer als Kind sozial schlechter gestellter Eltern zur Welt kam, und wer reich geboren wurde. Dank der Billigtextilproduktion in Ländern, in die niemand freiwillig in den Urlaub fährt, muss sich niemand mehr in peinliche Fishbone-Klamotten zwängen, sondern kann – zack, zack – mit hipper Hose und Samtshirt zum x-beliebigen Studi-Hipster mutieren.

Eine Errungenschaft, die eigentlich zu begrüßen ist: Der sogenannte class-struggle kann dadurch zumindest für einen Abend in der Bar verschleiert werden, sofern das Gegenüber nicht plötzlich über den künstlerischen Marktwert seines Vaters spricht. Auf der anderen Seite hat sich durch die optische Täuschung für überprivilegierte Akademiker*innen-Kinder umgekehrt auch die Möglichkeit ergeben, ein bisschen „arm und asozial“ zu spielen. Auf Zeit natürlich, und ohne tatsächlich Diskriminierungserfahrungen im Repertoire zu haben. Lustig, nicht?

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