Tatsächlich könnte mir die AfD egal sein. Wenn ich rausgehe, wenn ich ausgehe, wenn ich im Supermarkt nach den Kartoffeln greife und mir vom Personal freundlich geholfen wird, erlebe ich ein schönes Deutschland. Ein friedliches, ein organisiertes Deutschland, das wunderbar zu dem Leben passt, das ich Ende letzten Jahres hier begonnen habe.

Ich bin weiß, ich habe studiert, ich lebe nicht am Rande des Existenzminimums.

Drei gute Gründe, den Sorglos-Sommer mit Adiletten und frischem Obst auf dem Balkon zu verbringen, hin und wieder ein schickes Foto auf Instagram zu posten – ohne auch nur einmal über den Rechtsruck nachzudenken. Oder was Rainer Brüderle damit zu tun hat.

Meine eigenen Privilegien, sie bilden die Grundlage für ein bequemes Dasein im deutschen Status Quo. Also, wenn ich nicht gerade eine Frau wäre – aber lassen wir den Konjunktiv gemeinsam mit der Genderdiskussion mal ausnahmsweise beiseite.

Schöne Deutsche Land

Die AfD und ihre Anhänger tragen zu einem Klima bei, das Kriminelle dazu ermutigt, Flüchtlingsheime anzuzünden. Zur Auffrischung: Für 2015 verzeichnete das Bundeskriminalamt (BKA) bisher 1027 Straftaten gegen Flüchtlingsunterkünfte, darunter konnten 918 klar “rechtsmotivierten Tätern” zugeordnet werden.

Ob man Informationen wie diese überhaupt an sich heranlässt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Von der eigenen psychischen Verfassung, zum Beispiel – aber auch von der potentiellen Gefahr, selbst einmal Opfer einer politisch motivierten Tat zu werden.

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