Mittelgeräumiges WG-Zimmer? Alleine wohnen im Neubau? Jetzt oder später zusammenziehen? Wer seine Zwanziger nicht in elterlicher Abhängigkeit verbringen möchte, wird sich zwangsläufig mit einer dieser drei Optionen anfreunden müssen. Während es für den einen okay ist, die Zucchininudeln eines Quasi-Fremden regelmäßig aus dem Abflussgitter zu fischen, möchte sich der andere lieber erschießen, als mit fünf anderen morgens das Klo zu teilen.

Wohnen, man ahnt schon, ist eine höchst individuelle Entscheidung. Während sich WGs im mittelständischen Stadtmilieus als “altersgerecht” und “praktisch” durchgesetzt haben, wird ein Paar, das mit Anfang oder Mitte zwanzig zusammenzieht, nicht selten schief angesehen. Es wäre “zu früh, für diesen Schritt”, zusammenziehen, das ist doch der kleine Bruder von heiraten und nach fünf Monaten Zweisamkeit kann man sich wahrscheinlich nicht mal mehr an die Namen seiner besten Freunde erinnern.Zusammenziehen, das “tun nur Spießer” und Menschen, die sich aufrichtig für schwarz-weiß gefleckte Kuhteppiche und Filzuntersetzer begeistern können – und zur Verabschiedung “Ich liebe dich” ins Telefon flüstern.

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