Lasst uns eines vergegenwärtigen: RTL ist in erster Linie ein Sender, der sich durch das hemmungslose Ausschlachten von Einzelschicksalen und Dieter Bohlens mangelndem Mitgefühl auszeichnet. Wenn nicht gerade ein Z-Promi wegen seiner Geldprobleme vorgeführt wird, muss Helena Fürst Spinnen essen. Wobei in diesem Fall das eine nicht einmal das andere ausschließt.

Der Sender schafft es trotz oder gerade wegen des hohen Trash-Faktors immer wieder, dem überarbeitenden Durchschnittsbürger abends einen Hauch von Befriedigung zu verschaffen, während er sich staubsaugend am Scheitern anderer ergötzt.

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Am Mittwoch ist die neue Staffel von “The Bachelor” angelaufen. Man kennt das Prinzip schon aus vorherigen Staffeln: Zwei Dutzend Frauen buhlen um die Aufmerksamkeit eines Mannes oder umgekehrt.

Jedenfalls dürfen nun erneut 22 Prachtexemplare der Sorte Frau beweisen, wie ernst sie es mit einem Mann meinen, den sie nie zuvor gesehen haben. Es geht um die ganz große Liebe, für die man ins amerikanische Paradies zieht, um mit allen Mitteln um die quotenstärksten Minuten zu kämpfen. Wer das gerne macht, soll das bitte tun.

Die ganze Analyse gibt es hier.

Was sofort auffällt: Der Berliner Leonard darf zwischen Frauen wählen, die sich auf den ersten Blick nur durch ihre unterschiedlich gefärbten Häupter unterscheiden. Ob RTL ihm wohl einen Auswahlkatalog vorgelegt hat? Angetickt hat er: dünne Beine, lange Haare, schlanke Taille.

Bei so viel Diversität darf sich RTL ruhig mal selbst auf die Schulter klopfen. Keine Kurzhaarigen. Keine Dickleibigen. (K)eine People of Color. Schade: Leonard präsentiert sich als Mann von Welt, dem man mehr zutrauen kann, als die Fixierung auf körperliche Attribute alleine.