Am meisten werde ich die Restaurants vermissen, in die ich so gerne mit meinen Mädchen gegangen bin. Wer Wien künftig einen Besuch abstatten möchte, aber nicht auf herkömmliche Reiseführer vertraut, ist hier ganz richtig. 

Im Laufe der letzten Jahre habe ich nicht nur ein Lokal ins Herz geschlossen. Ich habe in jedem der hier aufgelisteten Orte mehr als nur drei mal gegessen und kann sie euch wirklich empfehlen. Eines der tollsten Dinge an Wien ist definitiv die authentische und dennoch äußerst preiswerte Küche. In diesem Sinne: Mahlzeit.

Mein Faible für vietnamesische Küche ist bereits auf die eine oder andere Freundin übergesprungen. „Jetzt bin ich schon auf vietnamesisch eingestellt!“, meinte S. unlängst, als wir nicht vorab wussten, wo wir essen gehen sollten. Ihr habt die Wahl zwischen NguyensSaigon, Pho Cho Lon und Le Pho. Am günstigsten und besten ist wohl das Le Pho in der Gumpendorferstraße 97. Dort bestelle ich am liebsten Bun Bo Cha Gio Xao Xa, da hat man von allem etwas.

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Fotoquelle: falter.at

Kalte Nudeln (gehört so!) mit gebratenem Rindfleisch, klein geschnipselten Frühlingsrollen und natürlich Nuoc Mam, der beliebten Fischsauce, die sie mir in Phu Quoc am Flughafen abgenommen haben. Aber das ist eine andere Geschichte. Als Vorspeise empfehle ich Goi Cuon Ga, Sommerrollen mit Hühnerfleisch, frischen Kräutern und Erdnusssauce. Letztere muss ich mir noch unbedingt für zuhause kaufen. Im Nguyens kann man Schweinefleisch nach traditionell vietnamesischer Art essen, ein bisschen wie Schweinsbraten, nur mit hartgekochtem Ei und Kraut. Saigon ist die teurere Ausgeh-Variante, dafür mit traditioneller Einrichtung.

Frühstücken war ich am liebsten im wunderbar kuscheligen Café der Provinz, gleich neben der Maria Treu Kirche. Dort kann man ausgezeichnete Crêpes und Waffeln genießen. Die Tees werden individuell zusammengestellt und schmecken herrlich aromatisch. Auf den rustikalen Holzmöbeln lässt es sich besonders angenehm draußen sitzen.

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Fotoquelle: diejosefstadt.at

Auch gut: Das Ulrich in trendy Neubau. Darüber habe ich sogar eine meiner raren Rezensionen verfasst.

Für den großen Hunger empfiehlt sich ein Frühstück im Hotel Daniel (17 €). Eine bunte Buffet-Mischung aus diversen Eierkreationen, Lachs, Gemüse, Obst, Joghurt als auch Müsli, Kuchen und Käse sorgt dafür, dass man den ganzen Tag nichts mehr essen möchte. Lasst es danach am besten ruhig angehen.

Gleich bei mir ums Eck befindet sich das Augustin, ein kultiges Szenelokal mit dem wohl entspanntesten Brunch Wiens. Der Innenhof könnte auch in Berlin sein, nicht nur weil sie dort Curry Wurst vor 11 Uhr servieren. Ich hatte letztens das mediterrane Frühstück mit einer sehr leckeren Olivenpaste. Wer noch nie Asian Fusion zum Frühstück ausprobiert hat, sollte unbedingt ins ON Market am Naschmarkt gehen und danach gleich einen Spaziergang durch die Menschenmassen wagen.

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Fotoquelle: ONMarket

Hier empfehle ich „Good Morning Asia“ (Germteigtaschen mit Fleischfüllung, Kraftreis- oder Nudelsuppe, Shanghai Rührei) um € 10,20 oder „On Market am Meer“ (GoQi Apfelmarmelade, Ingwerhonig, gebeizte Forelle, hausgemachten Saibling, Algensalat, Oliven, Kapern) um € 10,80.

Im 9. Bezirk (Piaristengasse 27) angesiedelt ist ein uriger Heuriger, der mitten in der Stadt ein Gefühl von Land vermittelt. Der grün-bewachsene Hof ist ideal für laue Abende mit Freunden, die sich weißen oder roten Traubensaft (oder auch Wein) gönnen wollen. Zu empfehlen sind die unterschiedlichen, selbstgemachten Aufstriche.

Wer keine Lust auf „Einmal Nummer 12 mit Frühlingsrolle“ und Szechuan Standaradbrei hat, sollte der Küche 18 (Währingerstraße 18) unbedingt einen Besuch abstatten. Das Mittagsmenü hat vergangenes Sommersemester so manchen Montag gerettet. Inklusive Getränk kommt man auf ungefähr 10 Euro und kann dabei aus einer variantenreichen und dennoch nicht überladenen Speisekarte wählen, die alle Wochen wechselt. Besonders zu empfehlen ist der Kimchi-Tofu-Mix und natürlich mein All-Time-Favourite: Gan Bien Rindfleisch.

Den einmaligen Okinawa Seafood Salad bekommt man übrigens im Mochi, in der Praterstraße 15. Nicht ganz billig, dafür richtig schönes Ambiente und hervorragende Küche. Gibt es seit etwas mehr als einem Jahr auch als Take Away, oder wie man auf japanisch sagt: Omochikaeri.

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Fotoquelle: Ich im Sommer

Wo wir schon bei schönen Lokalen sind: Eine absolute Perle ist das Shanghai Tan in der Gumpendorferstraße 9. Geburtstag? Erstes Date? Eine Sushi Platte für zwei, bitte. Die günstigere Variante wäre übrigens Natsu Sushi, das sogar in derselben Straße angesiedelt ist. Hat zwar wenig Stil, dafür schont es den Geldbeutel und schmeckt (naja, fast) genauso gut. Selbiges gilt für das japanische Restaurant Soya (Mariahilfer Straße 81), wo ich immer wieder gerne Gemüse Tempura bestelle. Das reichhaltigste und vergleichsweise bestechendste Running-Sushi Wiens gibt es übrigens in der Lugner City: Okiru. Davor und danach bitte zwölf Stunden pausieren.

Im Sommer draußen Burger essen? Unbedingt zum Food Truck vor dem 25 Hours Hotel schauen! Für Vegetarier empfiehlt sich der Portobello Burger. In der Weinschenke (Franzensgasse 11) gibt es angeblich die besten Burger der Stadt, selbst war ich davon nicht ganz überzeugt. Trotzdem eine bessere Adresse als das TGI Fridays im ersten Bezirk.

Wer in einem Wiener Beisl Bier trinken, Schnitzel essen und gleichzeitig kommunistischen Flair einatmen möchte, muss ins Käuzchen. Wer schon die Tage zuvor genug frittiertes Fleisch hatte, kann es ausnahmsweise auch mal mit Palatschinken versuchen. Findet man sonst eher selten.

Und wenn das nicht reicht, bitte einmal Käsekrainer an einem der unzähligen Würstelstände bestellen. Da kann absolut nichts schiefgehen.