allerdings bricht dieses vermeintlich rationale bei twitter auch gerade auf, seit es photos gut leserlich einbindet. also ob das noch lange hält, ist noch so eine frage. ich habe mich ernsthaft darum bemüht, mein leben ohne soziale netzwerke und ohne apple zu gestalten. aber irgendwann, habe ich kapituliert. es geht nicht wirklich.

dabei habe ich ja noch das privileg, nichts verkaufen zu müssen. sobald man jedoch auf die öffentlichkeit angewiesen ist, unterliegt man gewissen zwängen und vor allem auch einem realen anpassungsdruck.

was ich mittlerweile sehr sonderbar finde ist, dass wir eigentlich überall nur noch am arbeiten sind. ständig gilt es irgendwas zu befüllen oder zu erledigen. selbst in computerspielen bekommt man mittlerweile todo-listewn vorgelegt, statt dass man einfach nur geschichten erlebt. und am ende wundern sich alle über den burn-out, der um sich greift. dass es soweit kommen konnte, liegt vermutlich zu einem nicht geringen teil daran, dass es ja auch wirklich kommerziell ist. manche menschen verdienen millionen mit dem, was andere privat tun.. die ebenen verschmelzen und dadurch kommt ein starker anreiz zustande, sich selbst zu professionalisieren. und sei es nur als weitere option, in zeiten unsicherer arbeitsmärkte.

sieht man sich das alles etwas abstrakt an, dann ist das internet zunächst ja nur einmal eine weitere ebene, in die es hineinzuhandeln gilt. wenn ich mir anschaue, wer da die aktuellen trends bestimmt… worauf ich hinaus will ist: viel von dem, was uns als verhaltensvorgabe im internet vorgelebt wird, kommt von jugendlichen. von teenagern, die, im vergleich zu erwachsenen, in ihrerer masse wenig interessante themen haben. sie haben sich selbst und ihr aussehen, sie haben ihr mobbing derer, die was aufm kasten haben könnten, sie spielen dinge. und genau das funktioniert dann auch im internet total toll. weil… die teenager mit ihrem trendverhalten dafür sorgen, dass netzwerke schnelle nutzersteigerungen bekommen und in die fließt dann auch das grooße geld…

…die erwachsenen folgen dann.

sehr ähnlich funktioniert das in einkaufszentren. diese ploppten in den letzten jahren an jeder nur erdenklichen ecke nach oben, weil die jährliche rendite mit 5,x% exzellent war. bevölkert werden sie zum großen teil von teenagern. die ziehen auch ihre mütter da rein.. wie auch immer das geht… das ergebnis zeigt sich für mich am modestil. der zwischen erwachsenen und teenagern hat sich in den letzten jahren recht stark angepasst. es ist schrecklich, da rennen viele mütter rum wie ihre töchter.. weil die läden halt in diesen centern sind. die vereinheitlichung durch modetrendvorlebung in den sozialen netzwerken mal ausgeklammert.

(das thema schichten erspare ich euch an dieser stelle^^)

jedenfalls lautet für mich die frage an dieser stelle, ob das alles nicht emanzipationsthema ist. denn die schaffungsstruktur im netz empfinde ich als sehr stark unausgeglichen. es geht am ende ja auch immer um räume, auch schutzräume.

mfg
mh