Der Vater, das Testament, das klang ihm nach Reinheit und Gehröcken. Er mochte die Vorschriften, sie leuchteten ihm ein, er begriff Gott als das System, sich über das Menschsein zu erheben, das erbärmlich war in den Zeiten des Wachstums und mit Körperflüssigkeit zu tun hatte. Die Veränderungen seines Körpers ekelten ihn, die Haare, die da wuchsen, das Verlangen, das da entstand und kein Ziel kannte, der Geruch, der sich veränderte, nichts wollte er mehr, als wieder Kind sein, in Unschuld. Religion war Unschuld. War Wohlgeruch. War Kirchentag. War geschützte Werkstatt. In den Gott, da rutscht man doch so rein, es hätte jede andere Sekte sein können, doch der Gott war dem Alltag nächster Guru, da standen keine Zerwürfnisse mit den Eltern im Raum, der Ausschluss aus der Gesellschaft war nicht zu erwarten, es galt sich keine Glatze zu scheren, keine roten Gewänder lagen bereit. Den Gott, den konnte man einfach so mitnehmen.

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Vielen Dank für das Leben, S. 153