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Mit dem belgischen Go-Pass für alle unter 26 kann man 10 Fahrten für 50 Euro kaufen, um im Inland günstiger zu reisen. Mit dem Zug ist man ungefähr eine Stunde unterwegs, bis man in einer der umliegenden Städte angekommen ist. Da ich noch über einen Monat Zeit hatte, bis die Universität losging, habe ich Brüssel, Gent und Brügge jeweils einen Tag besucht. Zugegeben, für einen ausführlichen Reisebericht reicht das bestimmt nicht. Um einen ersten Eindruck von touristischen Schauplätzen zu bekommen, jedoch allemal. Wie man auf den Fotos sehen kann, waren die Plätze gut besucht. Beim Spazieren durch Gent sind mir auch zwei Hochzeiten untergekommen.

Obwohl ich gutem Essen bekanntlich nicht abgeneigt bin, habe ich in diesen Städten nichts konsumiert und mich auch vorher nicht groß über Daten und Fakten informiert. Manchmal habe ich das Gefühl, dass mir zu viel Recherche auf diversen Homepages und Reiseführern das Gefühl der Entdeckung verderben. Alles kann vorweg gebucht, analysiert und auf Fotos begutachtet werden. Wozu überhaupt noch hinfahren? Dadurch entsteht für mich persönlich ein immenser Druck. “Gehen Sie zur Straße [hier xy einsetzen] und sehen Sie den außergewöhnlichen [hier abc einsetzen]”. Was passiert, wenn man etwas verpasst? Kein Geld mehr hat? Es ist angenehmer, ohne Orts- und Zeitdruck durch die Gassen zu schlendern, zufällige Highlights zu entdecken und nicht an jeder Ecke stehen zu bleiben, um ja nicht den falschen Weg zu nehmen.

16 Uhr? Schnell noch ins Museum, das um 17:30 schließt. Obwohl ich der Grafenburg gerne einen Besuch abgestattet hätte, bin ich draußen geblieben. 10 Euro waren mir zu viel,  als Studierende muss man ohnehin mit begrenzten finanziellen Mitteln auskommen. Es ist schade, dass der Kunst- und Museumsbetrieb, als auch architektonische Besonderheiten, bis in die letzte Kammer kapitalisiert wurden. Natürlich muss man bedenken, dass hohe Kosten zur Erhaltung der Betriebe anfallen. Die Finanzierung zu großen Teilen an die Besucher abzuladen, ist meines Erachtens auch nicht die richtige Lösung. Dann braucht es niemanden wundern, dass sich (angeblich) so wenige Menschen für “Kunst und Kultur” interessieren. Wenn den BesucherInnen – pro Monuments- beziehungsweise Ausstellungsbesuch – erstmal finanzielle Schranken vorgesetzt werden, hält sich die Freude in Grenzen. Zudem werden bestimmte Gruppen daran gehindert, überhaupt am Erlebnis Museum teilhaben zu können. Nicht nur einmal bin ich nach bezahltem Eintritt vom Dargebotenen enttäuscht gewesen, da das Preis- Leistungsverhältnis für mich nicht stimmte. In Paris haben Menschen unter 27 in (fast) allen Museen kostenlosen Zutritt. Dass das Reisen im Generellen oft zu einem einzigen Konsumakt verkommt, ist ärgerlich. So fallen an einem Tag Brüssel, inklusive Eintritte in zwei Museen, um die 20 – 25 Euro an. Da ist die Verpflegung noch gar nicht inbegriffen, die man zuhause vorbereitet hat.

Habt ihr Tipps für die “kleine Geldbörse” beim Reisen? Um Geld zu sparen, gehe ich sehr gerne in Parks frühstücken und kaufe vorher Sandwiches und Aufstriche. Durch das längere Verweilen an einem Ort habe ich das Gefühl, die Stadt besser kennen lernen zu können. Wenn man sich die Mühe machen will, kann man natürlich auch vorher online recherchieren, wo wenig oder gar kein Eintritt verlangt wird. Floh-, Fisch- oder Fleischmärkte besuche ich auch gerne. Auf blablacar kann man Mitfahrgelegenheiten suchen, die allerdings – soweit ich bisher feststellen konnte – gleichteuer ausfallen wie die Zugfahrt für unter 27-Jährige.

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