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4. Mai 2018
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Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, als ich an der Uni Wien Publizistik studierte und von einer richtigen Kolumne träumte. Meiner Kolumne – ohne ein genaues Konzept zu haben, wie das aussehen würde. Aber manchmal reicht ja genau das schon, um weiterzumachen. Egal, an welchem Punkt im Leben man gerade steht.

Kolumnen gehörten schon immer zu meiner liebsten Kategorie (Journo)-Text, weil ich – zumindest in den guten Exemplaren – auf sprachlich hohem und unterhaltsamen Niveau übers Leben lernte und im Park oder auf dem Weg Nachhause über die Anekdoten anderer lachen und den Kopf schütteln konnte. Trotz meines trockenen, theorielastigen Politik-Studiums war ich nie die Person, die täglich eine Meinung zum Nachrichtengeschehen hinausposaunen wollte. Viel mehr interessierte mich das Soziologische, das Zwischenmenschliche. Das, über das aus unterschiedlichen Gründen viel zu selten gesprochen wird. Konflikte auf dem Arbeitsplatz, Neid in Beziehungen, Konkurrenz im Biz. Warum nur waren wir Menschen so verfehlte Lebewesen? Eine Frage, die meine Arbeit bis heute anreibt.

Ich kaufte regelmäßig Bücher von bekannten Kolumnistinnen und Autorinnen wie Laurie Penny, Heather Havrilesky, aber auch Doris Knecht und Elfriede Hammerl und verschlang sie wie andere Romane. Slutever gehört seit ein paar Jahren zu meinen liebsten Sex-Kolumnistinnen, genauso wie Susanne Kaloff in der Grazia.

Was mir schließlich nach langer Lektüre auffiel: es gibt im deutschsprachigen Raum keine Ratgeberkolumne für die großen und kleinen Probleme der Generation Millennial – zumindest keine, von der ich wüsste. Und ich sollte es wirklich wissen, als Autorin, die seit 1996 zu viel Zeit in diesem Internet verbringt.

Wenn es eines gibt, das ich früher gebraucht hätte, dann wäre es diese Kolumne. Als introvertierte Rebellin hatte ich schon immer Schwierigkeiten, meinen Platz im (Arbeits)leben zu finden. Während meine Freundinnen von ihren Ferialpraktika schwärmten und Jobangebote bekamen, wurde ich nach zwei Wochen gefeuert. An den Unis, die mich interessierten, wurde ich abgelehnt. Drei Mal insgesamt. Ich dachte mein ganzes Leben lang, ich sei falsch – dabei gab es schlichtweg keine Vorbilder, an die ich meine Fragen hätte richten können. Niemanden, der offen gesagt hätte: Ja, ich bin introvertiert und nein, ich gehe nicht zu deiner Grillparty. Aber keine Sorge, ich war auch einmal an demselben Punkt wie du – und es gibt mich immer noch. Es geht mir gut.

Deshalb bin ich umso glücklicher, dass mir Gesa und Anne-Kathrin ganz im Sinne von #womensupportwomen diese Kolumne bei watson.de ermöglicht haben. Los geht es hier mit der ersten und hier mit der zweiten Folge. Ganz unten gibt es sogar schon einen ersten Hinweis zum Buch.

Du möchtest mir eine Frage zu deinem aktuellen Mindfuck stellen (und glaub mir, ich hatte sie alle)? Dann schick sie bitte an mindfucked@watson.de.

tl;dr: I’M SO EXCITED.

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