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4. März 2018
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Carla ist Influencerin und bekommt im Mai ihre erste große Fotoausstellung in einem Berliner Museum gesponsert, Stefanie ist DIY-Podcasterin und steht kurz vor ihrem ersten Buchvertrag, und wieso zur Hölle wurde ausgerechnet Johannes schon wieder als Diskussionsteilnehmer zum Radiointerview eingeladen, um über die 15-Stunden-Woche zu diskutieren, wo es doch kompetentere Gesprächspartner_innen gibt als ihn?

Gedanken, die sich Josefine K. regelmäßig beim Scrollen durch Instagram stellt. Sie ist 28 Jahre alt, studierte Politikwissenschaft in Hamburg, war danach in einer Content-Agentur tätig und ist aktuell auf Jobsuche. Seit followerstarke Social-Media-Kanäle für das berufliche Fortkommen unabdingbar geworden sind, hat sich ein rückgratloser Kampf um Aufmerksamkeit entwickelt. Große Followerzahlen gelten in manchen Bereichen bereits mehr als akademische Abschlüsse und schaffen Hierarchien. Wer einen Masterabschluss in Kulturwissenschaften, dafür keine Agenda auf seinem twitter-Profil vorzuweisen hat, geht in der Masse unter.

Das Phänomen ist nicht neu. Schon seit Jahren dreht sich das Game vor allem darum, von möglichst vielen Menschen gesehen, gehört, und gebucht zu werden. Grafiker_innen, Illustrator_innen, Moderator_innen, Journalist_innen und Autor_innen sind ebenso betroffen wie Kleinunternehmer_innen in verwandten Bereichen der Kulturindustrie, die von ihrer Kreativität leben wollen. Heute reicht ein Netzwerk nicht mehr, es muss auch nach außen sichtbar sein, um die eigenen Fähigkeiten zu untermauern.

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