Internet und Identität

Warum ich mir toxische Freundschaften nicht mehr antue

10. Dezember 2017
Die meisten Frauen sind mit der relativ konkreten Vorstellung einer besten Freundin großgeworden. Die „beste Freundin“: Sie gehört ganz einfach zum Erwachsenwerden und -sein dazu, tritt am besten so früh wie möglich in unser Leben und weicht von da an nie wieder von unserer Seite. Beste Freundinnen, das weiß man aus Mädchenzeitschriften, übernachten beieinander und flechten sich Zöpfe, halten Händchen beim ersten Liebeskummer und haben immer einen altersgerechten Rat parat, weil sie sich als ebenbürtige Mitmenschen verstehen, einander respektieren und stets das Beste für die jeweils andere im Sinn haben. So war das ursprünglich gedacht, oder?

Die Realität hat mir neben einigen sehr schönen auch weniger erstrebenswerte Erfahrungen beschert. Erfahrungen, die ich rückblickend sicherlich nicht mehr (mit)machen würde und die mich psychisch einen hohen Preis gekostet haben. Ich weiß, dass ich nicht alleine bin mit meinen Verletzungen und den daraus resultierenden Vertrauensproblemen, meinen schlecht gewählten Partnerinnen in Crime, die mich klein hielten, ignorierten oder bewusst beleidigten. Die ich trotzdem liebte, mit den kindlichen Ressourcen, die mir zur Verfügung standen. Kaum jemand spricht darüber, als ob man sich mit der Offenbarung eines solchen Erlebnisses als Kameradin für andere Frauen disqualifizieren würde. Als ob man in Wahrheit doch irgendwo selbst schuld daran wäre, wie bei einer Vergewaltigung, nur anders.

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2 Comments

  • Reply Tatjana 13. Dezember 2017 at 17:57

    Super spannend, von deinen Erfahrungen zu lesen. Gerade WEIL einem an jeder Ecke dieses perfekte Bild einer perfekten, auf ewig währenden, Freundschaft suggeriert wird, hat es sich für mich früher so furchtbar angefühlt, wenn ich eine Freundschaft verloren, wenn wir uns auseinandergelebt haben. Dabei ist das nun mal ein Teil des Wachsens und Erlebens und Lernens. Man kann (und let’s be honest: will) nicht alle Menschen mit sich mitschleifen.

    • Reply groschenphilosophin 14. Dezember 2017 at 14:09

      gebe dir absolut recht. wozu noch ewig rumärgern, es gibt so viele menschen auf dieser welt

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