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Ein Geist an jeder Hand, fünf Wünsche an jedem Finger

6. August 2017

Der Koffer im Wohnzimmer liegt unausgeräumt auf dem Boden neben mir. Wenn es weh tut, ist es richtig, wenn es weh tut, sag ich mir. Im Gegenzug muss man die Einsamkeit auch wieder aushalten lernen, sie vorsichtig anfassen, mal woanders dekorativ hinstellen. Sie willkommen heißen und übergangsmäßig auf der Couch schlafen lassen, einen Rotwein mit ihr trinken in der Küche. Ihr die schönsten Orte zeigen. Ein Geist an jeder Hand, fünf Wünsche an jedem Finger.

Von mir selbst und keinem anderen zerknitterte Bettlaken hoffen auf das Geradestreicheln, die rechte Hälfte fließt bereits hinaus. Kurz überlegen, alles liegenlassen. Aus dem Fenster schauen, Bäume zählen, Haare raufen, ausharren, abwarten, abzählen. Tage, Menschen, Beziehungen.

23, 509, 2

Im Hellen Nachdenken, so lange bis es später ist, sich in Briefwechsel aus dem 19. Jahrhundert flüchten und das Gegebene als nicht dramatisch empfinden. Auf jeden Fall nicht so, wie es noch vorhin im Gehirn aufgeleuchtet hat. Rot. Es sich ein und wieder ausreden. Nichts hilft. Während ich mich in Stillstand übe, brennt in der Küche die Milch an.

Den Kakao dreimal nach links, die Sehnsüchte viermal nach rechts rühren. Wetten, dass sie untergegangen sind im Strudel der Halbwertszeit unbegrenzter Zwischentöne.
Zwischenstationen und Zwischenflüge, dazwischen Zuhause gewesen sein. Sich eingebildet haben, doch noch hingegangen sein.

Nein.

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