internet & identität

Teilzeitarbeit: Meine Alternative zur Vollzeitfalle – und was ich mir schon alles anhören musste

9. Juli 2017

Ganz ehrlich? So sehr ich mich auch bemühte, nach Thomas‘ Wortmeldung zu meinem vorherigen Text – „So etwas schreiben nur Pussys und faule Säcke, du wirst es zu nichts in deinem Leben bringen, ich arbeite 100 Stunden die Woche“ – beleidigt zu sein. Es funktionierte nicht. Ich kann niemandem böse sein, der zum Glück nichts weiter braucht, als den unumstößlichen Glauben an den Spätkapitalismus und einen ausbeuterischen Arbeitsvertrag. Selbst wenn er dabei nach einer 14-Stunden-Schicht wütende Kommentare schreibt.

Im Grunde sind wir doch alle wie Thomas mit einer ähnlichen Vorstellung von Zukunft aufgewachsen – und wenn dabei der kleinste gemeinsame Nenner Vollzeitstelle heißt. Nach dem Abitur ist vor dem Abitur, das fleißige Punktesammeln wird von leistungsorientierten Netzwerktreffen abgelöst, bei denen einem Vorstandsmitglieder Visitenkarten zustecken, ohne jemals zum Gespräch zu laden. Wie die Pferde im Stall buhlen wir um die Jobs mit den längsten Arbeitszeiten – und wozu das alles? Damit die Nachbar*innen später nicht fragen, warum man freitagvormittags ihre DHL-Pakete annehmen kann?

Weiterlesen auf ze.tt.

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