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5. Mai 2015
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Mein erster Eindruck von der re:publica 2015:

Immerhin steht um 9 Uhr noch niemand vor mir in der Schlage, um sein Ticket in ein wunderschönes Schild umzutauschen, das man sich gekonnt professionell um den Hals hängt. Wir sind schließlich alle “unter uns”. Darauf steht dann wahlweise der Name, der Name und die akkurate Berufsbezeichnung oder der Name, die akkurate Berufsbezeichnung und der twitter handle. Lesen kann man das dann zwar aus zwei Meter Entfernung nicht mehr, macht aber gar nichts. Schließlich hatte man eh nicht vor, gemeinsam Mittag zu essen.

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Warterei vor der Stage 1. Die mit neutraler Musik unterlegte Atmosphäre hat was von Aufbruchsstimmung auf einem “richtigen” Festival. Nur in weniger dreckig. Man steht mit seinen Freunden und ein paar Kisten Bier beim Eingang und wartet auf das unvergessliche Wochenende. Heute: ohne Bier. Bunte Haare sieht man – glücklicherweise – trotzdem. #wacken2009

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Der Eingang, noch ganz ohne Menschengetümmel. Rauchen ist übrigens verboten, wir sind hier schließlich nicht in Österreich.

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Platznehmen für die Eröffnungsrede von Andreas Gebhard, Markus Beckedahl, Tanja Haeusler, Johnny Haeusler und Elmar Giglinger. Ich erkenne klar und deutlich ein zuckendes Knie. Na gut, bei der 9. re:publica, die nicht nur medienechotechnisch Züge einer branchenspezifischen Völkerwanderung angenommen hat, wenig verwunderlich.

  _5057015 Um 14 Uhr weiß ich schon gar nicht mehr, welche Sessions ich ab elf besucht habe. Irgendetwas mit Journalismus, Digitalisierung und neuen Medien vielleicht? Reizüberflutung läuft. Vergesse mein Flaschenpfand zurückzuholen. Tschüssi, 50 Cent.  _5057018

_5057019 The system is broken – and that’s the good news von Ethan Zuckerman.

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fashionable re:publica is fashionable.

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_5057030 Na, gute Aussicht da oben? _5057041

Die Vermessung der Medienwelt. Eine der unzähligen Gesprächsrunden mit Björn Böhning, Christoph Keese, Harald Welzer und Brigitte Zypries. Ich muss schon sagen: Da waren einige jokes dabei. Wirklich!

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Neue Journalismusformate für neue Zielgruppen mit Max Hoppenstedt (VICE), Juliane Leopold (BuzzFeed Germany) Dass Vice eher nicht so für super objektiven Journalismus steht und das Subjekt gerne in den Mittelpunkt seiner try-it-again Reportagen stellt, überrascht wenig. Es hätte gut getan, zu dieser Gesprächsrunde jemanden aus dem Bereich der Journalistikforschung einzubeziehen um der wenig spannenden Plauderei einen Mehrwert zu verleihen. Ansonsten war es ein “So machen wir es und das ist gut so” gefolgt von “Genau, und wir machen es so und das funktioniert auch, weil ihr seht es ja” Branchengespräch unter Kollegen.

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Meiner Meinung nach die beste Präsentation + Vortrag des Tages. Walk like a man, talk like a Man von Beatrice Behn, Rae Grimm und Rochus Wolff.

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Zum Einstieg mussten alle Teilnehmer_innen aufstehen und wurden dann mit ja/nein Fragen zum Thema Männlichkeit konfrontiert. Konnte man die Fragen nicht mit “ja” beantworten, musste man sich setzen. So waren am Ende nur fünf anwesende Personen really masculin. Kriterien dafür: Biologically male, heterosexual, white, sexual active, sportive, christian/atheist/agnostic und healthy.

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Wer Vorträge mit GIFs anreichert, hat bei mir schon gewonnen.  

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Alle am twittern, was sonst? Gut besuchte Rede von Netflix CEO Reed Hastings.

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Eis für zwischendurch.

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Dancinghall.

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Als ob wir nicht sowieso die ganze Zeit online wären.

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Hallengefühle.

Am Ende des ersten Tages kann ich nur noch sagen, dass ich mehr als fertig bin. Von den Menschenmassen, dem Rumhetzen zwischen den Bühnen, vom Überangebot, von den Entscheidungsschwierigkeiten, dem Gefühl, etwas “verpasst zuhaben”. Getroffen habe ich tolle Menschen, morgen und übermorgen gerne wieder.

Es waren einige Vorträge dabei, die den Fokus auf Rhetorik und nicht auf Inhalte gelegt haben. Andere, weniger bekannte Redner_innen  haben mich wiederum positiv überrascht. Der Titel einer Session sagt leider sehr wenig über die Relevanz aus, wodurch es leicht passieren kann, dass sich am Podium lediglich zwei schlecht (bis gar nicht) vorbereitete Gäste über ihre Meinung zum Thema XY unterhalten, ohne dabei an das gelangweilte (und, wer weiß, ausgehungerte) Publikum zu denken, das ihnen dabei zusieht. Manche Vorträge waren so voll, dass man gar nicht mehr reinkam.

Vorschläge an das wirklich ambitionierte re:publica Orga-Team: Gratis Eis. Mehr tanzen, auch vor 16 Uhr. Weniger Talkshowelemente, weniger Alltagsdiskurs, dafür mehr Inhalte mit Neuigkeitswert und Lösungsstrategien. Und GIFs. Please don’t underestimate the power of GIFs.

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  1. Ooh, vielen Dank für die Eindrücke! Ich hatte die republica eigentlich auch eingeplant und konnte am Ende nicht hin, weil auf der Arbeit zu viel zu tun war :(
    Seeehr schade! Vielleicht nächstes Jahr.
    Viele Grüße,
    Christina

      • groschenphilosophin
      • 10. Mai 2015
      Antworten

      Dann sehen wir uns ja vielleicht nächstes Jahr :)
      Und die meisten Sachen kann man ja online nachsehen, hehe.

  2. Das hast Du schön zusammengefasst. Ich habe nur wieder bestätigt bekommen, dass die Relevanz der Sessions in keinem Zusammenhang mit einem catchy Titel stehen.

      • groschenphilosophin
      • 12. Mai 2015
      Antworten

      Total, ne?
      Danke!

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